Corona: wandern erlaubt?

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„Corona: Wandern oder daheim bleiben“, fragen sich vermutlich auch nach den Lockerungen von Anfang/Mitte Mai 2020 noch einige Menschen. Zumal sich der Frühling mit Sonne, wärmeren Temperaturen und Blütenpracht herrlich verschwenderisch zeigt. In unterschiedlichen Bundesländern gelten (nach wie vor) verschiedene Regelungen (siehe weiter unten beim jeweiligen Bundesland). Abstand halten zu anderen Menschen ist auch nach den Wochen des Lockdowns noch das Gebot der Stunde, nicht nur beim Wandern. Einige weitere Aspekte sollte man außerdem beachten.

Trotz Corona: Wandern ist grundsätzlich gesund

Aktivitäten im Freien sind gesund. Auch in Zeiten des Corona-Virus ist wandern gesund, sofern der gebotene Abstand eingehalten wird. Dieser Mindestabstand liegt im öffentlichen Raum bei mindestens 1,50 Metern.

Corona: Übertragung im Freien offenbar wenig wahrscheinlich

Dass Aktivitäten im Freien gesund sind, meint sogar der in Sachen Corona-Virus Sars-CoV-2 vermutlich meistgehörte Experte Deutschlands. Nicht umsonst trägt der Corona-Podcast Folge 43 vom 27. Mai des Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité >> den Titel: „Das Leben nach draußen verlagern“. Zwar geht es da wegen der Aerosole (siehe weiter unten) eher um Gastronomie-Betriebe oder auch denkbare Konzepte für Unterricht im Freien. Doch scheint mir das auch auf das Wandern übertragbar: zumindest solange man nicht unglaublich schnauft.

Drosten sagte bereits im NDR-Podcast Coronavirus-Update >> (Folge 13 vom 13. März 2020, meiner Einschätzung nach noch immer gültig) unter anderem: „Gegen Virus, das ausgehustet wurde und in der Luft steht, hilft am besten der Aufenthalt im Freien. Wenn man die Wahl hat bei Freizeitaktivitäten mit Freunden oder Familie, dann ist es eine sehr gute Idee, jetzt ins Freie zu gehen.“ Anders als in Kneipen oder Restaurants ist es beim Wandern und Spaziergängen an der frischen Luft sehr viel leichter Distanz zu halten und die Gefahr der Infektion sehr viel geringer. Denn, so erläutert Drosten im Podcast weiter: „Diese Corona-Viren sind für eine ganz kurze Zeit, für ein paar Minuten, in der Luft und fallen dann zu Boden. (…) Das ist nicht so, dass man sich beim Spazierengehen infiziert, wenn man sich begegnet. Das ist nicht so, dass da draußen jetzt irgendwo ein Virus in entscheidender Konzentration in der Luft steht. Unter der Hypothese sollte man arbeiten. Ich glaube, das hilft viel in solchen Schritt für Schritt getätigten Entscheidungsprozessen im Alltag.“

Corona-Übertragungswege: Aerosole, Tröpfchen- und/oder Schmierinfektion?

Um sich und andere besser vor dem Corona-Virus schützen zu können, ist es wichtig zu verstehen, wie die Viren übertragen werden. Der Leiter der Virologie am Bonner Universitätsklinikum Hendrik Streeck kommt aufgrund seiner Forschungen zu dem Schluss, dass das Virus überwiegend im länger andauernden Nahkontakt und bei größeren Menschenansammlungen übertragen wird: wie beispielsweise die Mitarbeiter einer bayerischen Firma im Kontakt mit einem infizierten chinesischen Gast oder wie bei der Karnevalsfeier im nordrhein-westfälischen Heinsberg, bei einem Fußballspiel in Oberitalien oder auch im Ski-Ort Ischgl. Auch vermutet Streeck aufgrund seines Wissens über vergleichbare Viren, dass es bei der Schwere einer Infektion mit dem Corona-Virus auch auf die Konzentration der übertragenen Viren ankommt.

Dazu passt meiner Meinung nach auch, was das Robert-Koch-Institut (RKI) >> auf seiner Website zur Übertragung durch Tröpfcheninfektion, Aerosole oder Schmierinfektionen veröffentlich hat (Stand 11. Mai 2020): dass das Virus überwiegend über Tröpfcheninfektion weitergegeben wird. Von Tröpfcheninfektion spricht man, wenn das Husten und/oder Niesen eines Menschen vom Gegenüber über die Schleimhäute von Nase, Mund und/oder eventuell eines Auges aufgenommen wird.

Während der Virologe Christian Drosten am 25. Mai 2020 in einer Sendung des Deutschlandfunk vermutet, dass Aerosole das Virus ebenso übertragen können, wie Tröpfchen, sind die Wissenschaftler vom RKI aktuell etwas verhaltener. Aber auch das RKI geht davon aus, dass SARS-CoV-2-Viren über Aerosole im mitmenschlichen Umgang übertragen werden können. Aerosole konnten dabei u. a. in schlecht durchlüfteten Patientenzimmern nachgewiesen werden, andere Untersuchungen legen auch den Schluss nahe, dass Singen in Gruppen in geschlossenen Räumen zu Übertragungen geführt haben können. Auch aus diesem Grund wird bei den Anfang Mai beschlossenen Lockerungen auf Abstand und gute Durchlüftung in Innenräumen gesetzt (z. B. bei Gastronomiebetrieben).

Übertragungen über Schmierinfektionen können offenbar vorkommen, zumal im direkten Umfeld eines Infizierten, sind aber scheinbar selten (RKI, Stand 11. Mai 2020). Von Schmierinfektion spricht man beispielsweise beim Kontakt mit „kontaminierten“ Oberflächen, wie Türklinke, Computertastatur etc.

Corona: wandern und (Kontakt-)Beschränkungen (Update Mai 2020)

Auch nach den in der Telefon-Schalte von Bund und Ländern beschlossenen Lockerungen vom 6. Mai werden die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum bis zum 5. Juni verlängert. Allerdings haben sich bei der dieser „Corona-Konferenz“ alle auf eine Lockerung verständigt: Künftig sollen sich auch Angehörige von zwei Haushalten treffen dürfen. Grund für die verabredeten Lockerungen sind die aktuell niedrigen Infektionszahlen.

Nach wie vor möchten Bundesregierung und Landesregierungen mit den Maßnahmen die Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus eindämmen. Mit der Begrenzung sozialer Kontakte möchten sie die Ausbreitung des Virus verlangsamen und die Erfolge, die durch die bisherigen Maßnahmen erreicht wurden, nicht verspielen. Warum manche Maßnahmen nötig waren und bleiben, zeigt unter anderem eine Online-Seite der Süddeutschen Zeitung: Die Wucht der großen Zahl >>.

Corona-Regelungen der Bundesländer und Landkreise

Am 6. Mai 2020 gab es wieder eine „Corona-Konferenz“ von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsident*innen: Bund und Länder haben in einer Telefon-Schalte über weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen diskutiert. Diese Lockerungen fallen wegen des Föderalismus und unterschiedlicher Fallzahlen in den Ländern/Regionen unterschiedlich aus.

Die Webseiten der einzelnen Länder sind aktualisiert worden. Links zu den jeweils gültigen Regelungen finden Sie unter dem entsprechenden Bundesland (Stand: 10. Mai 2020).

Die aktuellen Corona-Vorschriften für das Gastgewerbe finden Sie auf der Website der DEHOGA unter dem jeweiligen Bundesland (linken Seite). Auch beim Gastgewerbe gilt: Regelungen und Verordnungen können sich täglich ändern. Darum möglichst aktuell prüfen.

Bitte beachten Sie auch: Um den 9. Mai wurde in einigen Landkreisen und einer kreisfreien Stadt die Obergrenze für Neuinfektionen mit dem Coronavirus überschritten. Tritt eine solche Situation ein, können die Regelungen vor Ort von denen des Bundeslandes abweichen. Darum informieren Sie sich gegebenenfalls auch, ob Ihre Region in die Nähe der Obergrenze kommt oder diese bereits überschritten hat.

Baden-Württemberg

Die aktuelle Corona-Verordnung des Landes >> unter dem Punkt: „Fragen und Antworten zu den Lockerungen ab dem 11. Mai“ findet sich auf die Frage: „Darf man in der Gruppe wandern?“ die Antwort: Wandern fällt nicht unter die Kategorie Trainings- und Übungsbetrieb. Daher müssen sich Wanderer an § 3 der Corona-Verordnung halten.

Bayern

Vieles, was zuvor verboten war, ist jetzt wieder erlaubt. Das bedeutet jedoch nicht, dass nun alles wieder wie früher ist – viele Dinge bleiben verboten. Seit dem 6. Mai entfällt die allgemeine Ausgangsbeschränkung. „Ab sofort kann grundsätzlich jedermann zu jeder Zeit und zu jedem Zweck sich in die Öffentlichkeit begeben, soweit nicht die 4. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ausdrücklich etwas anderes vorsieht.“ Weitere Erklärungen und Erläuterungen finden sich auch unter den FAQ zu Ausgangsbeschränkungen zund zwar unter „Hobbys und Ausflüge“ >> . Freizeit, Hobbys und Ausflüge

Berlin

Auch in Berlin gelten noch Kontaktbeschränkungen. Was das bedeutet steht hier >>

Brandenburg

Die Website des Landes Brandenburg beantwortet die Fragen auf Ihrer Website >> unter den Menüpunkten Öffentliches Leben >>.

Bremen

FAQ des Stadtportal Bremen u. a. unter Frage 8 „Mit wem darf ich ausgehen?“ >>

Hamburg

Was in Hamburg erlaubt ist >>

Hessen

Die jeweils aktuellen Beschlüsse der hessisschen Regierung zu Corona finden Sie hier >>

Mecklenburg-Vorpommern

Fragen und Antworten zu Auswirkungen der Corona-Pandemie: Aufenthalt und sozialer Kontakt >>

Nordrhein-Westfalen

Wichtige Fragen und Antworten zum Corona-Virus >> u. a. unter „Sport und Ehrenamt“ und “ Neuregelungen (ab 11. Mai 2020) – Nordrhein-Westfalen-Plan“

Niedersachsen

Niedersachsen finden Antworten zu dem, was wegen des Corona-Viraus erlaubt bzw. verboten ist, u. a. unter dem Punkt >>: Was ist mit Kontaktverbot gemeint

Rheinland-Pfalz

Hinweise zu aktuellen Lockerungen und Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie in Rheinland-Pfalz >>

Saarland

Aktuelle Rechtsverordnung und Maßnahmen >>

Sachsen

In Sachsen darf der Aufenthalt im Freien nur im wohnlichen Umfeld erfolgen. Verstöße gegen diese Regelung können von einer Ordnungswidrigkeit bis hin zu einer Straftat eingestuft werden. Häufige Fragen zu Einschränkungen in Sachsen wegen Corona gibt’s hier >> (u. a.: Darf ich mit anderen spazierengehen? Weshalb sind Treffen in Gruppen verboten?)

Sachsen-Anhalt

Infos zu aktuellen Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus SARS-​CoV-2 in Sachsen-​Anhalt >> (dann bitte u. a. weiterklicken auf die Informationen zur aktuellen Verordnung sowie Fragen und Antworten)

Schleswig-Holstein

Landesverordnung und Erlasse zum Umgang mit SARS-CoV-2 >>

Thüringen

Informationen über das Coronavirus-Informationsportal >> und zu den aktuellen Lockerungen >>

Sie haben erlebt, wie schnell sich in den vergangenen Tagen alles geändert hat. Nicht nur in Deutschland. Die Lage und die entsprechenden Maßnahmen können sich auch weiterhin täglich ändern. Darum prüfen Sie bitte, was gerade in Ihrem Bundesland gilt. Meine Aktualisierungen und Informationen entsprechen dem Stand vom 10. Mai 2020.

Corona: wandern – aber verantwortungsvoll

Abstand halten und physische Kontakte beschränken

Vom gebotenen Abstand und den Beschränkungen sozialer Kontakte war bereits die Rede. In den vergangenen Wochen hat sich allerdings gezeigt, dass es auch noch andere Aspekte zu bedenken gilt.

Corona: wandern ja – aber beliebte Ziele und Attraktionen meiden

Beliebte Freizeit-Hot-Spots meiden und tatsächlich die Bewegung im Freien in den Vordergrund stellen: Die Stadt Eltville im Rheingau beispielsweise hat im April öffentliche Parkplätze in der Nähe beliebter Ausflugs-Ziele geschlossen. Die Pressemitteilung der Stadt zu den Parkplatz-Sperrungen >> erläutert unter anderem: „Wir können hier das Kontaktverbot schlichtweg nicht einhalten, wenn wir mit Besucherströmen aus dem Rhein-Main-Gebiet umgehen müssen.“ Außerdem heißt es weiter: „Am Eltviller Rheinufer jedenfalls habe man anhand der Hinterlassenschaften wie leeren Weinflaschen und Pizzakartons den Eindruck gewinnen können, die Kontaktsperre sei vorbei. ‚Das sah eher nach Party als nach Corona-Krise aus‘, ist Kunkel verzweifelt und verärgert [Kunkel = Bürgermeister Patrick Kunkel]. ‚Wir konnten gar nicht anders handeln.‘ Die städtischen Ordnungskräfte kontrollieren das Einhalten der Sperrungen und werden dabei von einem Sicherheitsdienst unterstützt.“

Niemanden gefährden, um das Gesundheitssystem zu schonen

Es sollte eigentlich selbstverständlich sein. Gerade jetzt ist es aber wichtiger denn je, bei Wanderungen nicht nur andere nicht zu gefährden, sondern auch sich selbst nicht. Da bei Wanderungen ein Verletzungsrisiko nicht ganz ausgeschlossen werden kann und das Gesundheitssystem jetzt geschützt werden soll, hat im April die Stadt Füssen in Bayern beispielsweise alle Wanderwege in mittleren und höheren Lagen komplett gesperrt >>.

Corona: wandern – möglichst auf ÖPNV verzichten

Warum der ÖPNV gerade nicht das Mittel der Wahl ist

Tröpfchen, Aerosole und Masken

Wegen der Ansteckungsgefahr ist der ÖPNV aktuell leider nicht das optimale Fortbewegungsmittel. Das liegt (nach aktuellem Wissensstand) nicht unbedingt daran, dass Sie im ÖPNV auf lauter infizierte Flächen treffen. Sondern daran, dass Sie im Öffentlichen Nahverkehr eventuell nicht den nötigen Abstand einhalten können und dass die Durchlüftung eher nicht optimal ist (siehe oben: Übertragungswege & Aerosole). Auch, wenn aktuell weniger Menschen den ÖPNV nutzen. Der ÖPNV sollte möglichst wenig genutzt werden – also wenn die Wege nicht mit anderen Verkehrsmitteln (z. B. Fahrrad oder Auto) oder zu Fuß zurückgelegt werden können. Wenn Sie den ÖPNV nutzen, dann mit Maske. Die dürfte in den meisten Bundesländern ohnehin Pflicht im ÖPNV sein – wird doch vermutet, dass sie die Verbreitung der Aerosole zumindest etwas eindämmt.

Offenbar weniger gefährlich: Schmierinfektion

Nach allem, was bisher bekannt ist, überlebt dieses neuartige Corona-Virus Sars-CoV-2 laut einer US-amerikanischen Studie zwar auf Kunststoff und Edelstahl bis zu 72 Stunden >>. Deutsche Wissenschaftler (wie z. B. die oben genannten Virologen Christian Drosten und Hendrick Streeck) meinen allerdings, dass diese Ergebnisse nur unter Laborbedingungen gelten. Und Laborbedingungen sagen nur wenig über die Gefahr einer Kontaktinfektion im Alltag aus. Auch weil die Überlebensdauer der Viren von mehreren Faktoren abhängt (z. B. Trockenheit oder Feuchtigkeit). Auch in der oben genannten und verlinkten Sendung von Markus Lanz sagte der Virologe Hendrik Streeck, dass er und seine Kollegen bisher keine Übertragung durch Oberflächen nachweisen konnten.

Bedeutung der Virenkonzentration

Für die Ansteckungsgefahr beim Kontakt mit Viren kommt es nach aktuellem Wissensstand außerdem auch darauf an, wie stark die Virenkonzentration (bzw. Kontamination) auf dem angefassten Gegenstand zuvor überhaupt war: Sind beispielsweise durch Niesen Viren auf Oberflächen gelangt (z. B. Stuhllehne, Schalter, Türknauf usw.), wurden die Viren gewissermaßen bereits verdünnt. Kommt dann diese ohnehin geringere Konzentration an Viren mit dem sauren Milieu der Haut in Berührung, wird die Ansteckungsgefahr noch geringer. Meint jedenfalls der Virologe Christian Drosten.

Alternativen zum ÖPNV

Je nach Wohnort bietet sich das Fahrrad oder eben das eigene Auto an, um zum Startpunkt einer Wanderung zu kommen. Die Deutsche Bahn hatte im April daher angekündigt, dass sie ihre Fahrten einschränkt. Mehr Infos zu Einschränkungen bzw. wo man nachschauen muss, gibt’s u. a. bei der Deutschen Bahn >> .

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Wandern ist gut für Immunsystem und Psyche; Fitness und Entspannung sind also gerade während der Coronoa-Pandemie wichtig.

Wandern trotz Corona: 3 Gründe, warum Wanderungen gerade jetzt gut tun

Sie können alleine oder mit Angehörigen von zwei Haushalten wandern und dabei den nötigen Sicherheitsabstand einhalten

Da das Corona-Virus Sars-CoV-2 nach aktuellem Forschungsstand vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen wird, empfiehlt (nicht nur) das Robert-Koch-Institut einen Sicherheitsabstand von anderthalb bis zwei Metern zu anderen Menschen. Und um die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen, hatten Bund und Länder am 22. März 2020 beschlossen, dass Ansammlungen von mehr als zwei Personen grundsätzlich in ganz Deutschland verboten werden und diesen Beschluss am 6. Mai etwas gelockert (siehe oben).

Trotz Corona: Wandern geht hervorragend alleine, zu zweit oder – wie seit dem dem 6. Mai erlaubt – mit Angehörigen von zwei Haushalten. Wichtig: Halten Sie den nötigen Abstand zu anderen Personen ein und machen Sie bewusst einen Bogen um andere Menschen. Wandern bietet außerdem hervorragende Möglichkeiten, sich dort zu bewegen, wo nur wenige Menschen oder niemand anderes unterwegs ist.

Corona: Wandern stärkt Immunsystem und Psyche

Gerade wegen des Corona-Virus ist es wichtig, das Immunsystem zu stärken. Natürlich kann man es nicht von heute auf morgen in Schuss bringen. Aber: Wer wandert, trainiert mit einem sanften Ausdauertraining gleich den gesamten Körper. Das Herz-Kreislauf-System, Muskeln, Gelenke, Bänder und Sehnen.

Gerade nach dem Winter braucht der Körper auch die Sonnenstrahlen um Vitamin D herzustellen. Vitamin D ist wichtig: Es stärkt nicht nur das Immunsystem. Vitamin D ermöglicht auch den Knochen die Calcium-Aufnahme und bekämpft Muskelschmerzen. Die Dauer, der Sie sich der Sonne aussetzen sollten, um Vitamin D zu tanken, hängt vom Hauttyp ab und davon, wie wenig oder viel Ihr Körper bedeckt ist. Aber wenn Sie schon ansonsten viel in den eigenen Wänden sein müssen, warum dann nicht wandernd frische Luft und Vitamin D tanken?

Auch die Psyche profitiert vom Wandern: Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft befreit unseren Kopf von Arbeits- und Alltagsstress. Gerade in Zeiten von Corona ist es wichtig, dass wir (halbwegs) optimistisch und/oder zumindest gelassen bleiben. Auch wird das Hirn beim Wandern stärker durchblutet als im Ruhezustand. Das kann laut Ärzten zu einer Neubildung von Nervenzellen führen. Eine Geschwindigkeit von vier Kilometern pro Stunde reicht dafür schon aus.

Wie bei anderen Sportarten gilt auch hier: Übertreiben Sie es nicht, wenn Sie gerade anfangen! Starten Sie langsam. Wer es übertreibt, kann unter Umständen den positiven Effekt umkehren und so besonders anfällig für eine Infektion werden (Open-Windows-Effekt).

Zum Wandern brauchen Sie keine besondere Ausrüstung und können jederzeit loslegen – also JETZT

Wer bisher auf Schwimmbad, Yoga- oder Fitnessstudio gesetzt hat, um sich unter Menschen zu bewegen, steht nun vielleicht etwas ratlos da. Zumal wenn Joggingrunden wegen der Gelenke keine Option sind. Niemand weiß, wie lange noch sämtliche Sporteinrichtungen geschlossen bleiben. Daher ist das Wandern eine tolle Alternative. Umso mehr, da der Frühling kommt und schon viele Büsche, Bäume und Blumen herrliche Blüten tragen.

Sie können gut mit kürzeren Strecken ohne nennenswerte Höhenmeter anfangen. Zwar sind je nach Gelände Wanderschuhe mit stärkerem Profil ratsam. Aber Sie können auch auf relativ ebenen Wegen loswandern. Und dafür reichen für’s Erste auch Laufschuhe oder andere bequeme Schuhe, die ihren Füßen gut tun. Über weitere Anschaffungen in Sachen Wanderausrüstung können Sie nachdenken, wenn Sie das Wanderfieber gepackt hat.

Nehmen Sie nur immer ausreichend Flüssigkeit mit sich. Und falls Sie keine Outdoor-Kleidung haben (ich bin auch nur mäßig ausgerüstet), können Sie auch etwas improvisieren: Wenn Sie nicht verschwitzt an der frischen Luft sitzen möchten, nehmen Sie ein zweites Shirt mit. Wenn Sie nicht sicher sind, ob es regnet, könnten Sie vielleicht ein Fahrrad-Cape einpacken oder einen Schirm mitnehmen.

Wandertipps: abgeschieden, überraschend, familienfreundlich

Die folgenden Touren-Tipps sind eher nicht für Anfänger geeignet – können aber bei guter Orientierung oder mit etwas Verständnis von Karten gut abgekürzt werden:

Etwas abgeschieden >>

Überraschendes an der Lahn >>

Kinderfreundliche Märchenschlucht >>

Auch wenn ich sorgfältig recherchiert habe: Für die Richtigkeit der Angaben kann keine Haftung übernommen werden!

Bitte nicht vergessen: Wer in der Natur wandert, ist gewissermaßen im Zuhause anderer Lebewesen unterwegs. Darum sollte man sich im Lebensraum von Pflanzen und Tieren angemessen bewegen.

Gehen Sie raus! Nur bitte prüfen Sie, was bei Wanderungen in Ihrer Region erlaubt ist! Waschen Sie Ihre Hände, halten Sie Abstand, bleiben Sie gelassen und vor allem: Bleiben Sie gesund!

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