360-Grad-Blick vom Hausbergturm

Den Hausbergturm erklimmen, die Aussicht über die Wetterau genießen, den rekonstruierten Römerturm am Schrenzer besichtigen, auf dem Limes wandern und sich an einem der schönsten Marktplätze Hessens etwas stärken. Von Butzbach aus ist das unkompliziert möglich.

Falls Du auf der Suche nach einer Wanderung zum Hausbergturm bei Butzbach bist, findest Du hier

Im folgenden Artikel verrate ich unter anderem

  • hilfreiche Tipps, wie die hier vorgestellte Wanderung auf den Hausberg mit seinem 23 Meter hohen Turm unkompliziert machbar ist,
  • GPS-Tracks,
  • wissenswerte Hintergründe zu einzelnen Stationen wie dem Hausbergturm, dem Römerturm und Sehenswertem in Butzbach

Ich wandere nämlich nicht nur leidenschaftlich gern, ich habe auch schon zwei Bücher zur Region geschrieben.

Zum Hausbergturm wandern: Wissenswertes & Stationen

Der Römerturm auf dem Schrenzer

Für die eigentliche Wanderung verlassen wir die Stadt in Richtung Schrenzer (Westen), Butzbachs „Hausberg“. Auf etwa 300 Metern Höhe befindet sich die Rekonstruktion eines römischen Wachturms in Holz-Lehm-Bauweise. Von dieser erhöhten Lage hatten die Römer ehemals die Umgebung im Blick und konnten sehen, ob sich feindliche Truppen näherten. Und so bauten sie hier oben zunächst zwei hölzerne, später zwei steinerne Wachtürme.

Wo im Taunus Wachtürme der Römer sind, ist auch der Limes genannte Grenzwall nicht weit, mit dem sich die Römer vor den Germanen schützten. Er läuft am Turm vorbei in Richtung Süden. Um zum Hausbergturm zu wandern, führt unser Weg Richtung Westen, durch die überwiegend Schatten spendenden Wälder des Hochtaunus und vorbei am Forsthaus.

Hausbergturm bei Hoch-Weisel

Höhensiedlung der Kelten am Hausbergturm

Nicht nur die Römer schätzten höhere Lagen, auch die Kelten – wie Überbleibsel keltischer Ringwälle aus der La-Tène-Zeit am Hausbergturm zeigen. Zugegeben: nicht so offensichtlich wie am Altkönig. Denn die Wälle am Hausberg sind mit Pflanzen und Gestrüpp überwuchert. Die Steine, die auch ihre Wallanlagen füllten, sucht man hier vergeblich. Die Höhensiedlung am Hausberg war vermutlich im 4. und 3. Jahrhundert vor Christus bewohnt. Infotafeln am Weg geben Auskunft über die mächtigste Befestigung am Hausberg.

Hausbergturm: herrliche Aussichten

Mit etwa 488 Metern ist der Hausberg die höchste Erhebung in der Butzbacher Gemarkung. Noch etwas höher hinaus gelangt, wer den 23 Meter hohen Hausbergturm erklimmt. Die Aussicht von hier oben ist fantastisch und bietet einen 360-Grad-Blick. In Richtung Süden beispielsweise sieht man bei gutem Wetter bis zum Odenwald.

Zahlreiche Täfelchen auf den Treppen verraten, wer den hölzernen Hausbergturm ermöglicht und unterstützt hat. Denn den Turm in seiner heutigen Form gibt es erst seit 2008. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts stand hier schon einmal ein Turm, der jedoch abgerissen werden musste.

Am Hausbergturm finden sich einige Bänke und Sitzmöglichkeiten – eine Rast ist hier also sehr gut möglich. Sollte das Wetter umschlagen, bietet sogar eine Holzhütte etwas Schutz.

Vom Hausbergturm zum Brühler Berg und ins Isseltal

Nicht nur auf dem Hausberg siedelten die Kelten. Auch am Brülerberg finden sich Spuren einer vorgeschichtlichen Befestigungsanlage. Wald, wie man ihn hier heute findet, gab es damals offenbar nicht. Auf Infotafeln am Wegesrand ist zu lesen, dass die Kelten vermutlich freie Sicht auf die Umgebung wollten, um sich nähernde Feinde schnell zu sichten.

Der Bach im Isseltal ist meist nur durch die Bäume erkennbar. Je nach Jahreszeit und Wetterlage plätschert hier vermutlich etwas mehr oder weniger Wasser. Auch die Isselteiche beeindrucken wenig. Wer also Kilometer sparen möchte, kann diesen Teil der Wanderung getrost auslassen.

Auch der sehr kurze Abstecher vor den Teichen ist vermutlich nur für Geschichtsinteressierte von Bedeutung: Denn etwas verborgen und kaum mehr sichtbar ist mit einem „Bunkerrest“ ein Überbleibsel des Führerhauptquartiers Adlerhorst zu besichtigen. Wenn ich richtig informiert bin, sind die offenbar gesprengten und leicht übersehbaren Bunkerüberbleibsel „Ausläufer“ eines gigantischen Bunkersystems, das unterhalb des Schlosses Ziegenberg entstand. Um 1939/40 wurde in Ziegenberg im Taunus das gut getarnte Führerhauptquartier Adlerhorst nach Plänen des Architekten Albert Speer errichtet.

Auftakt und Ende der Wanderung zum Hausbergturm: Butzbach

Der Butzbacher Marktplatz zählt zu den schönsten Plätzen Hessens. Prachtvolle Fachwerkhäuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert säumen den Platz und in seiner Mitte sticht der Marktbrunnen aus dem Jahr 1435 ins Auge. Doch Butzbach hat noch mehr zu bieten: darunter zwei Schlösser auf dem auf dem Gelände einer früheren Burganlage und Reste der ehemaligen Stadtmauer mit Schwibbogenhäuschen.

Heute sieht man es dem hessischen Städtchen nicht mehr an: Schon die Römer ließen es sich in Butzbach gut gehen. Denn hier, wo der Taunus in die Wetterau übergeht, verläuft – wie bereits erwähnt – der Limes. Kaiser Trajan ließ ihn einst als Schutzwall gegen die Germanen bauen. Doch war Butzbach zu römischer Zeit nicht nur von Soldaten geprägt. In den Kastellen Degerfeld und Hunneburg wohnten und arbeiteten zwar die Soldaten, die die Grenze bewachten. Entlang der Fernstraße und vor den Kastelltoren erblühte mit der Zeit auch ziviles Leben. Händler und Handwerker sowie die Familien vieler Soldaten lebten hier. Kneipen, Bäder, Theater und Heiligtümer gehörten zum Alltag der Menschen. Heute geht man sogar davon aus, dass die Zivilansiedlung zu der Zeit das mittelalterliche Butzbach nicht nur an Umfang und Einwohnerzahl, sondern auch an Lebensqualität übertraf. Für ein angenehmes Leben sorgten dabei: eine gut ausgebaute Abwasserkanalisation oder auch unterkellerte und beheizbare Häuser. Durch Handel gelangten die Menschen zu beachtlichem Wohlstand.

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Hausbergturm-Wanderung: praktische Infos, Tourvorschläge & GPS-Daten

Technisch einfach

Die Wanderung, wie ich sie unternommen habe, erfordert je nach Übung/Training etwas Kondition. Sie kann aber unkompliziert abgekürzt werden. Die Wege auf Pfaden und Waldwegen sind gut begehbar und erfordern praktisch keine Trittsicherheit.

Hausbergturm-Wanderung: Hin & weg etc.

Anfahrt/Rückfahrt: Mit ÖPNV nach Butzbach (Bahnhof) +++ Ansprechpartner: TourismusRegion Wetterau GmbH, Am Glauberg 1a, 63695 Glauburg-Glauberg, Kontakt: Telefon: +49 6041 969 550, E-Mail: cornelia.doerr@wfg-wetterau.de +++ Stand: März 2022

Kurzüberblick Wanderung

Länge: 10,1 km (ÖPNV-freundlich unkompliziert verlängerbar) | Auf-/Abstieg: 480 Hm auf und 510 Hm ab | Dauer: 2,5 bis 3 Std. | Anfahrt: mit ÖPNV möglich |
Technik: + + + + + + | Kondition: + + + + + + | Landschaft: + + + + + + | Erlebnis: + + + + + +

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Rundwanderung zum Hausbergturm abkürzen (ca. 14,5 Kilometer)

Start/Ziel: Bahnhof Butzbach

Am Hausbergturm führt ein Weg in Richtung Süd-Osten bzw. Hoch-Weisel. Zwar kommt man so nicht auf den Brühler Berg, ins Isseltal und zu den Bunkerresten, dafür aber nach etwa 750 bis 1.000 Metern wieder auf die hier vorgestellte Wanderung.

Vorgestellte Rundwanderung zum Hausbergturm mit Isseltal und Bunkerüberresten (ca. 23,5 Kilometer)

Start/Ziel: Butzbach Stadt – unweit vom Bahnhof Butzbach

Den GPS-Track zu dieser Rundtour findet man auf meinem komoot-Profil unter Astrid Biesemeier >>.

Fragen, Anregungen, Kritik & eigene Erfahrungen

Ich hoffe sehr, dass ich ein paar nützliche und inspirierende Ideen für eine Wanderung zum Hausbergturm liefern konnte. Lass mich wissen, falls Du noch Fragen zur Wanderung zum Hausbergturm hast oder teilen möchtest. Schreibe mir gerne einen Kommentar unter diesen Artikel.

Auf meinem Wanderblog findest Du natürlich noch weiteres Tipps zu Wanderungen, spannenden Zielen und wunderbaren Naturlandschaften. Natürlich gibt es immer wieder neue Artikel zu Wanderungen und Tipps in der Rhein-Main-Region, in Deutschland und Europa. Es lohnt sich also, mal wieder einen Blick auf den Blog zu werfen 🙂

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