Zerklüftete und mystische Felsenwelten

Das Elbsandsteingebirge und die Bastei sind wie geschaffen für romantische Sehnsüchte! Selbst heute wirkt die Landschaft noch mystisch und ebenso erhaben wie unergründlich. Ahnt man hier doch, welch „kleine Nummer“ wir Menschen letztlich auf der Erde sind. Zuflüsse und Strömungen des kreidezeitlichen Meeres nämlich formten die Sandsteinschichten des Elbsandsteingebirges. Ablagerungen von marinen Sedimenten schufen die bizarren Felsformationen, die noch heute staunen machen.

Die berühmte Basteibrücke im Elbsandsteingebirge: ehemals aus Holz, heute aus Sandstein.

Kein Wunder also, dass es im 18. und 19. Jahrhundert Maler in das Elbsandsteingebirge zog. Nicht zuletzt Caspar David Friedrich (1774 bis 1840), der wohl bedeutendste Maler der deutschen Romantik, lockte mit seinem Gemälde „Felsenlandschaft im Elbsandsteingebirge“ zahlreiche Künstler in die Region. Überhaupt waren es die Künstler, die mit ihren Bildern damals die Region für den Tourismus entdeckten und dafür sorgten, dass sich der Adel überhaupt erst auf den Weg ins Elbsandsteingebirge machte. Keineswegs selbstverständlich: galt das steinerne Labyrinth Elbsandsteingebirge früher doch eher als zu meidende und unwirtliche Region.

Bevor Künstler die bizarre Schönheit des Elbsandsteingebirges entdeckten, galten die Felsen im Nationalpark Sächsische Schweiz den Menschen als unheimlich.

Von der Bastei durch die Schwedenlöcher zum Amselsee wandern

Am bekanntesten ist sicher die Bastei mit der berühmten Basteibrücke. Einige Wanderrouten führen um die Bastei oder an ihr vorbei. Empfehlenswert ist die beliebte Rundwanderung mit dem Wegzeichen „Blauer Strich“. Sie verbindet u. a. die Bastei-Brücke, die Schwedenlöcher, Amselsee und Felsenbühne. Dieser kurze und leichte Rundwanderweg um die Bastei folgt dabei teilweise dem Malerweg. Auf rund 5 Kilometern müssen etwa 215 Höhenmeter überwunden werden. Dennoch ist die Wanderung für alle Fitnesslevel machbar.

Hier fanden die Bewohner der Region im Dreißigjährigen Krieg Schutz.
Wo im Sommer Boote warten, kann man im Winter Schlittschuh laufen.

Durch zerklüftete Felsen

Mehrere hundert Stufen führen durch eine klammartige Schlucht von dem Felsplateau, das sich rund 200 Meter über der Elbe erhebt, hinab zum Amselgrund. Seit dem Dreißigjährigen Krieg werden sie „Schwedenlöcher“ genannt. Denn hier brachten die Bewohner der Region sich und ihr Hab und Gut vor den schwedischen Truppen in Sicherheit, die damals durch die Region marschierten und ganze Dörfer verwüsteten.

Amselfallbaude vermutlich geschlossen

Der Amselgrund ist eine romantische Felsenschlucht, durch die der Grünbach fließt. Die Wanderung entlang des Grundes schenkt interessante Blicke auf den Grünbach, der teilweise zwischen den Felsen verschwindet. An dem 1910 erbauten Blockhaus Amselfallbaude fällt das Wasser als Wasserfall ins Tal. Am Amselsee kann man übrigens Boote mieten und im Winter sogar Schlittschuh laufen.

An einigen Stellen im Elbsandsteingebirge bröckeln die Felsen. Der Staatsbetrieb Zentrales Flächenmanagement Sachsen hatte dem Gaststättenbetreiber der Amselfallbaude wegen „akuter Gefahr für Leib und Leben“ den Pachtvertrag nicht verlängert. Im Juli 2017 war eine Felsplatte auf das Dach eines Nebengebäudes gestürzt.

Wanderweg an der Amselfallbaude weiterhin offen

Einige Zeit wurde diskutiert, ob der Wanderweg, der an der Amselfallbaude vorbeiführt, geschlossen werden soll. Inzwischen steht fest: Die beliebte Wanderroute, die u. a. vom Hohnsteiner Ortsteil Rathewalde durch den Amselgrund nach Rathen führt, bleibt (vorerst?) weiterhin geöffnet. Daher vorher prüfen, ob eine Wanderung durch den Amselgrund möglich ist.

Vermutlich aus Sicherheitsgründen geschlossen: die Amselfallbaude.
Kann noch erwandert werden: der Amselfall im Elbsandsteingebirge.

Ab in die Verlängerung

Wem 5 Kilometer zu kurz sind, kann die Wanderung gut verlängern. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten, beide Möglichkeiten führen auf der 2. Etappe des Malerwegs nach Wehlen (entgegen der eigentlichen Richtung des Malerwegs also):

Verlängerung 1: auf Basteiseite an der Elbe zurück

Von der Bastei aus wandert man auf dem Malerweg ungefähr 3,2 Kilometer nach Wehlen und auf derselben Elbeseite entlang der Elbe zurück zur Bastei (etwa 3 Kilometer).

Verlängerung 2: auf der anderen Seite der Elbe zurück

Von der Bastei aus wandert man auf dem Malerweg ungefähr 3,2 Kilometer nach Wehlen bis zur Fährstelle. Von dort aus geht es mit der Fähre auf die andere Elbseite. Von dort aus aus läuft man ebenfalls entlang der Elbe zur Fährstelle Rathen, setzt erneut über die Elbe und wandert von dort aus zurück zur Bastei (rund 6 Kilometer).

Elbsandsteingebirge: Wandern mit Kindern

Die Rundwanderung mit dem Wegzeichen „Blauer Strich“ verbindet u. a. Bastei-Brücke, Schwedenlöcher, Amselsee und Felsenbühne. Auf diesem 5 km langen Rundweg gibt es praktisch dauernd etwas zu sehen. Die Wanderung ist so abwechslungsreich, dass auch Kinder ihre Freude daran haben werden.

Wanderung: Weitere Infos & GPS-Daten

Hin & weg etc.

Anfahrt/Rückfahrt: Mit Bus zu Bushaltestelle Bastei +++ Ansprechpartner: Tourismusverband Sächsische Schweiz, Bahnhofstr. 21, 01796 Pirna, Telefon +49 (0) 3501 47 01 47, info@saechsische-schweiz.de, http://www.saechsischeschweiz. de +++ Stand: November 2019

GPX Download/Orientierung

Der 5 km lange Rundanderweg folgt dem Wegzeichen „Blauer Strich“. Verlängerungen an der Elbe entlang sind unkompliziert, da Orientierung am Flusslauf leicht.

Auch wenn ich sorgfältig recherchiert habe: Für die Richtigkeit der Angaben kann keine Haftung übernommen werden, weshalb die Nutzung auf eigene Gefahr erfolgt. Insbesondere bei GPS-Daten können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden.

Bitte nicht vergessen: Wer in der Natur wandert, ist gewissermaßen im Zuhause anderer Lebewesen unterwegs. Darum sollte man sich im Lebensraum von Pflanzen und Tieren angemessen bewegen.

Damit mehr Menschen von den Wanderungen profitieren können