Wenn die Tage rosa werden

Mandelblütenrausch an der Weinstraße

Wer nach dem Winter Sonne tanken oder Frühlingsgefühle verlängern möchte, der kann sich ab Mitte/Ende März Richtung Weinstraße aufmachen. Wenn Frankfurts Magnolien gerade mal kleine Knospen tragen, leuchten in Gimmeldingen bereits die weiß-rosa blühenden Mandelbäume um die Wette.

Abhängig von Wetter und Temperatur ist die Hauptblütezeit in der Regel zwischen dem 20. März und dem 10. April. Denn das Klima an der Weinstraße ist einfach wärmer. Darum brachten die Römer ehedem nicht nur den Wein in die Region, sondern auch die Mandel. Heute wirbt der Pfälzer Mandelpfad mit dem „frühesten Frühling in Deutschland“. Und in Gimmeldingen kommt noch das früheste Weinfest hinzu. Dann nämlich, wenn das Mandelblütenfest dort tobt. Vor allem entlang der „Mandelmeile“ (Gimmeldinger Straße, Ortskern, Neubergstraße) finden sich dann unzählige Ausschankstellen. Und nicht nur entlang der „Mandelmeile“ verströmen nach dem Winter die Farben der Mandelblüten, die von Weiß bis Rosa reichen, so viel neues Leben.

FRISCHE MEERESBRISE

Startpunkt des Pfälzer Mandelpfads ist an der Tourist-Info in Bad Dürkheim – schließlich kann man im Kurpark der Stadt an einem der längsten Gradierbauten Deutschlands nicht nur eine frische Meeresbrise inhalieren, bevor es in Richtung Süden zunächst nach Wachenheim geht, sondern auch schon Mandelbäume bewundern.

IM GARTEN DEUTSCHLANDS

Auf dem Wachenheimer Schloßberg streckt sich das Wahrzeichen des Orts, die Ruine Wachtenburg, in die Höhe. Konrad von Hohenstaufen, ein Halbbruder des berühmten Kaisers Barbarossa, hat sie vermutlich im 12. Jahrhundert erbauen lassen. Durch Weinberge und vorbei an Deidesheim (der kurze Abstecher lohnt!) führt der Pfälzer Mandelpfad über Königsbach nach Gimmeldingen. Wenn man durch die herrliche Mandelbaumallee läuft (Neubergstraße) und ein wenig später von Gimmeldingen aus einen Blick in die Umgebung wirft, kann man sich gut vorstellen, dass auf der Gemarkung Gimmeldingen an die 1.500 Mandelbäume stehen sollen. Und man versteht, warum zumindest kolportiert wird, dass König Ludwig I. am höchsten Punkt des Panoramawegs, am König-Ludwig-Pavillon, ausgerufen haben soll: „Der Garten Deutschlands, die blühende Pfalz!“


Wer es nicht so trubelig mag, sollte besser nicht an dem Wochenende in Gimmeldingen unterwegs sein, an dem das Mandelblütenfest steigt. Das ehemalige Winzerdorf platzt dann nämlich aus allen Nähten. Schön ist aber, dass allerorten Wein ausgeschenkt wird (die Winzer freuen sich, wenn man Flaschen für daheim mitnimmt).

Von Bad Dürkheim bis Neustadt an der Weinstraße sind es rund 18 Kilometer – von einem der beiden Orte bis Deidesheim jeweils etwa 9 Kilometer. Deidesheim liegt nämlich so ungefähr auf halber Strecke zwischen Bad Dürkheim und Neudstadt an der Weinstraße.

Mit der Markierung Mandelblüte geht es von Bad Dürkheim
über Kurpark, Römerplatz und Stadtplatz aus der Stadt, durch die Wein-Großlage Schenkenböhl nach Wachenheim und zur Ruine Wachtenburg, durchs Odinstal und entlang des Haardtrands in Richtung Deidesheim und der Forster Rieslingweinlagen, am König-Ludwig- Pavillon in Neustadt-Gimmeldingen vorbei ins Weindorf und nach Neustadt a. d. Weinstraße. Oder eben in umgekehrter Richtung bzw. von einem anderen Startpunkt aus.

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