Durch die Märchenschlucht zur Burg Breuberg

Bei dieser Wanderung durch die erholsamen Waldgebiete des Odenwalds haben auch Kinder etwas zu gucken. Entlang des Obrunnbachs, den mehrere kleine Brücken queren, stehen nämlich mindestens ein Dutzend märchenhafter Skulpturen oder Modelle. Und wer Burgen nicht nur en miniature sehen möchte, findet mit der Burg Breuberg eine der besterhaltenen Burgen im Odenwald. Unterwegs passiert man noch den Skulpturenpark auf der Breuberg-Aue. Und unter Umständen trifft man auf der Wanderung auf Pferde und/oder Schafe.

Zwar geht es auf der rund 20 Kilometer langen Rundwanderung etwa 470 Höhenmeter hoch und runter. Außer etwas Kondition erfordert die waldreiche und abwechslungsreiche Tour allerdings keine besondere Trittsicherheit. Einkehrmöglichkeiten gibt es u. a. auf Burg Breuberg und in Höchst im Odenwald.

Wanderung abkürzen

Die Wanderung kann gut abgekürzt werden: Nach dem Durchwandern der Obrunnschlucht beispielsweise kann man durch den Wald westlich von Rimhorn die Burg Breuberg ansteuern. Wer nur Obrunnschlucht und Burg Breuberg erlaufen möchte, sollte am besten bei der Burg Breuberg starten, da man nur mit Rufbussen dorthin beziehungsweise von dort (weg-)fahren kann.

Wilde 13 in der Obrunnschlucht

Etwa drei Kilometer misst die Obrunnschlucht, die bis zu 17 Meter unterhalb der Straße verläuft. Beim Durchwandern der Schlucht entlang des Obrunnbachs denkt man an Dornröschen, Rübezahl, Schwanritter oder auch andere Gestalten der Märchen- und Sagenwelt. Sogar Jim Knopf und die Wilde 13 haben ihren Weg in diesen Teil des Odenwalds gefunden. Die zahlreichen Modelle von Burgen, Schlössern, Mühlen und Skulpturen entlang des Obrunnbachs entstanden, nachdem die Obrunnschlucht durch den Odenwaldklub begehbar gemacht worden war. Allerdings müssen sie immer wieder von Höchster Bürgern restauriert und/oder wiederaufgebaut werden. Die Miniaturen sind nicht nur Witterung oder Unwettern ausgesetzt, sondern werden leider bisweilen mutwillig zerstört.

Burg zeigt Haltung

Wer durch das um 1350 erbaute romanische Tor die Burg betritt, sieht, dass die unterschiedlichen Besitzer der Burg ihre Spuren hinterlassen und mehrfach Teile abgerissen und neugebaut haben: Die Kernburg stammt aus dem 12. Jahrhundert, aus dem 14./15. Jahrhundert die westlich davon gelegene Vorburg und die Festungsanlagen im Ringgraben aus dem 16. Jahrhundert.

Heute gibt es hier eine Burgschänke, eine Jugendherberge, ein Museum und sogar heiraten kann man auf der Burg Breuberg. Die um das Jahr 1200 errichtete Burg gehört zu den besterhaltenen Burgen im Odenwald, was vermutlich daran liegt, dass sie trotz ihrer wechselvollen Geschichte fast durchgehend bewohnt war bzw. genutzt wurde.

Game of Thrones & Zwangsarbeiter

Strategisch gut gelegen thront die Burg 306 Meter über der Mümeling-Schleife auf dem Breuberg. Gegründet wurde die Burg Breuberg als die Fuldaer Reichsabtei ihre Besitztümer durch den Mainzer Erzbischof bedroht sah. Doch was zum Schutz nach Außen erbaut wurde, sorgte bei der Adelsfamilie von Breuberg für Zwist. Die Besitztümer wurden nämlich mehrmals geteilt, was im Dreißigjährigen Krieg dazu führte, dass die Familien der Burgherren beiden verfeindeten Parteien angehörten: Die Grafen von Erbach waren evangelisch und kämpften auf Seiten der Schweden, die von Löwenstein waren katholisch und somit kaiserlich gesinnt. Durch den Westfälischen Frieden von 1648 erhielten bei Familien schließlich gleiche Rechte.

Mit Beginn der Neuzeit verliert die Burg an Bedeutung. Eine hessische Spielwaren-Manufaktur findet hier Ende des 19. Jahrhunderts ihr Heim, 1919 entsteht hier die erste hessische Jugendherberge und später bringen die Nationalsozialisten russische Zwangsarbeiter in den Burgmauern unter. Seit 1946 gehört die Burg dem Land Hessen, neben einem Museum befindet sich hier heute (wieder) eine Jugendherberge.

Wanderung: Weitere Infos & GPS-Daten

Hin & weg etc.

Anfahrt/Rückfahrt: Mit Bahn und/oder Bus nach/von Höchst im Odenwald (Bahnhof) oder Burg Breuberg +++ Ansprechpartner: Odenwald Tourismus GmbH, Marktplatz 1, 64720 Michelstadt, Tel. +49 6061 965970, E-Mail: info@tourismus-odenwald.de, +++ Stand: November 2019

GPX Download

Die Tour folgt keinem ausgezeichneten Rundwanderweg. Die GPS-Daten zu der hier vorgeschlagenen Rundwanderung finden Sie unter Astrid Biesemeier bei Komoot. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass die Tour aber auch abgekürzt oder erweitert werden kann.

Auch wenn ich sorgfältig recherchiert habe: Für die Richtigkeit der Angaben kann keine Haftung übernommen werden, weshalb die Nutzung auf eigene Gefahr erfolgt. Insbesondere bei GPS-Daten können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden.

Bitte nicht vergessen: Wer in der Natur wandert, ist gewissermaßen im Zuhause anderer Lebewesen unterwegs. Darum sollte man sich im Lebensraum von Pflanzen und Tieren angemessen bewegen.

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