Rheinromantik, Waldgeister und Römer

Brücke im Morgenbachtal

Burg Rheinstein, das Morgenbachtal, eine Villa rustica, die Steckeschlääferklamm und die Hängebrücke im Kreuzbachtal sind nur einige der interessanten Punkte auf der Strecke. Bizarre Felsformationen, schöne Waldwege und tolle Aussichten begleiten Auf- und Abstiege.

„Du wirst doch auch einmal den Rhein wieder besuchen, den Garten Deines Vaterlandes, der dem ausgewanderten die Heimath ersetzt, wo die Natur so freundlich groß sich zeigt.“

Bettina von Arnim

Eine der schönen Aussichten kommt gleich zu Beginn und passt zum Rheinburgenweg: der Siebenburgenblick. Die obere Plattform des hölzernen Aussichtsturms nordwestlich von Niederheimbach und oberhalb der Burg Sooneck schenkt einen herrlichen Blick auf einen Teil des Mittelrheintals. Wie der Name des Turms verspricht, sind sieben Burgen oder Ruinen – mehr oder weniger gut – zu sehen: Burg Hohneck, Burg Sooneck, Burg Stahleck, Burg Schoeneck, Ruine Kammerburg, Ruine Fürstenberg und Ruine Nollig. Hier kann man sich leicht vorstellen, dass man in der Region mit der höchsten Burgendichte Europas unterwegs ist.

HÖLZERNE WALDGEISTER

Bei Trechtingshausen streckt sich eine der ältesten Rheinfestungen in die Höhe: die auf einem 90 Meter hohen Felssporn gelegene Burg Rheinstein. Schon hier könnte man Zeit verbringen, zumal der eindrucksvolle Bau ein Burgmuseum mit einer großen Sammlung historischer Waffen, Rüstungen und gusseiserner Ofenplatten beherbergt. Von diesem Symbol der Rheinromantik geht es durch den Binger Wald in das beliebte Wandergebiet Morgenbachtal und die Steckeschlääferklamm mit ihren hölzernen Waldgeistern: Ursprünglich 46 und inzwischen 66 in Bäume geschnitzte Gesichter warten darauf, entdeckt zu werden. Bei der römischen Villa rustica (bis ca. 420 n. Chr. bewohnt) erfährt man zwischen freigelegten Mauern und beispielhaften römischen Nutzgärten, dass ein Großteil der Römer nicht in Siedlungen, sondern in bäuerlichen Einzelhöfen lebte.

FÜR MUTIGE

Etwas Mut braucht mancher vielleicht, um sich auf die 20 Meter lange Hängebrücke über den Kreuzbach zu wagen. Wer es geschafft hat, kann sich im schönen Biergarten des Forsthauses Heiligkreuz (neuer Pächter) belohnen. Auch für Bingen sollte man etwas Zeit einplanen: Hier führt eine der ältesten und gleich zweimal zerstörten Steinbrücken Deutschlands über die Nahe (zwischen 975 und 1011 entstanden). Unter ihrem östlichen Brückenpfeiler beherbergt sie übrigens eine Brückenkapelle. Auch das Kulturufer auf dem ehemaligen Gelände der Bundesgartenschau lohnt einen Abstecher.

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