Am Rotenfels wandern: über die Felssteinwand im Nahetal

Der Rotenfels eignet sich hervorragend zum Wandern. Die bei Bad Kreuznach und Bad Münster am Stein gelegene Steilwand ist mit 200 Metern die höchste natürliche Steilwand zwischen Nordsee und Alpen. Die als Premiumwanderweg ausgezeichnete TourNatur führt über den Rotenfels und ist überdies eine der schönsten Rundwanderungen, die es rund um Frankfurt gibt.

Da rund 600 Höhenmeter auf dieser Tour zu überwinden sind, braucht es etwas Kondition. Doch werden Wanderer hier reich belohnt: Denn neben den herrlichen Porphyrfelsen an der Nahe warten auch noch eine Ruine, Gradierwerke und eine charmante Bootsfahrt über die Nahe auf Wandernde. Das kleine Boot ist die einzige handbetriebene Fähre Südwestdeutschlands und fährt in der Regel nur zwischen Anfang März und Mitte November.

Hervorragend zum Wandern: der Rotenfels bei Bad Münster am Stein.

Über den Rotenfels wandern zu Natur- und Kulturschönheiten

Diese Wanderung im Nahetal ist manchmal etwas schweißtreibend: Bei der Rundtour steigt man nicht nur zur Burgruine Rheingrafenstein auf, die auf einem 136 Meter hohen Porphyrfelsen liegt. Sondern man wandert auch über das Porphyr-Felsmassiv Rotenfels.

Das Naturschutzgebiet hier beheimatet viele seltene Pflanzen und Tiere. Auch der Rotenfels steht wegen seiner geologischen Beschaffenheit unter Naturschutz: Das rötliche Gestein des Felsmassivs bildete sich nämlich vor 270 bis 260 Millionen Jahren, als vulkanische Aktivitäten Magma nach oben brachten. Nach seiner Erstarrung wurde es sehr witterungsbeständig. Die Nahe hat das heutige Steilufer über Jahrtausende in den Felsen gefräst.

Die Wanderung am Rotenfels bei Bad Münster am Stein kreuzt auch die Nahe.
Bei der Tour heißt es nicht nur direkt  am Rotenfels wandern, die Wanderung führt auch in eine Burg.

Hommage an den Stein 

Bevor der Rundweg auf den Rotenfels führt, lohnt ein Abstecher zur Fondation Kubach-Wilmsen (Heilquelle 1 in Bad Münster-Ebernburg). Vom Steinskulpturenpark außerhalb der Fondation hat man einen grandiosen Blick auf die rötliche Steilwand. Die im Museum und im umliegenden Park gezeigten Steinskulpturen sind allesamt eine »Hommage an den Stein«, wie Anna Kubach-Wilmsen sagt. Und als solche ein Relikt einer millionenjährigen Entstehungsgeschichte der Erde. Sehr passend also angesichts des Porphyr-Felsmassivs auf der anderen Seite der Nahe.

Auch der von dem weltberühmten japanischen Architekten Tadao Ando geschaffene Museumsbau lohnt den Abstecher. Er ist eine kunstvolle Scheunenskulptur und verbindet auf wundervolle Weise Holz und Beton, deutsches Fachwerk und japanische Holzbaukunst, Tradition und Moderne (mehr dazu: https://wandern-touren-tipps.de/bad-munster-am-stein-fondation-kubach-wilmsen/).

Freiluftinhalatoren en masse

Diese Rundtour könnte man an mehreren Stellen beginnen. Es empfiehlt es sich jedoch, in der Nähe der Salinen loszumarschieren (Salinental Bad Kreuznach, Ostern bis November, witterungsabhängig, geöffnet 8–21 Uhr, Eintritt frei). Denn so kann man am Ende der Tour im Mikroklima der Gradierwerke Salinenluft genießen.

Da es im Nahetal zahlreiche Salzquellen gibt, stehen im Salinental über 1,1 Kilometer dieser großen Freiluftinhalatoren. Aus 500 Meter Tiefe dringt hier das Wasser mit einem Kochsalzgehalt von 1,5 Prozent und wertvollen Mineralien nach oben.

Information: Bad Kreuznach Tourismus und Marketing GmbH, Kurhausstr. 22–24, 55543 Bad Kreuznach, Tel. 0671/836 00 50, www.bad-kreuznach-tourist.de; Verkehrsverein Rheingrafenstein e. V., Berliner Str. 60, 55583 Bad Münster am Stein-Ebernburg, Tel. 06708/64 17 80, www.bad-muensteram-stein.de.

Den Text zu der Wanderung habe ich kaum abgewandelt meinem Buch „Rund um Frankfurt – 55 gute Gründe, sich auf die Socken zu machen. Ein Wanderverführer“ entnommen. Bitte nicht wundern: Die Website der GeraNova Bruckmann Verlagshaus GmbH findet sich unter verlagshaus24.de.

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