Seltenbachschlucht-Wanderung zu den Eicheln des Zeus

Bei einer Wanderung durch die Seltenbachschlucht passieren Wanderer zahlreiche kleine Brücken

Die Seltenbachschlucht bei Klingenberg zählt zu den 100 schönsten bayerischen Geotopen. Bei einer Wanderung zwischen ihren Gesteinen lässt sich eindrucksvoll die Erdgeschichte erkunden. Doch Klingenberg ist nicht nur bekannt für seine dichtbewachsene Schlucht, sondern auch für seinen Spätburgunder. Dort, wo steile Buntsandsteinlagen ideale Bedingungen schaffen für Wärme liebende rote Trauben, findet auch die Esskastanie erstklassige Bedingungen vor. Eine kurze Rundwanderung verbindet Schlucht, Rotwein und Esskastanien. Praktische Infos zu Länge(n), Anreise, GPX-Tracks etc. unten.

Seltenbachschlucht-Wanderung: wissenswerte Hintergründe

Auf Brücken und Steigen durch 250 Millionen Jahre Erdgeschichte

Bevor die sonnigen und warmen Lagen erklommen werden, in denen Wein und Maronen wachsen, geht es hinab in die Schlucht. Während der Eiszeit haben Flüsse am Rand der kleinen Mainstadt diese heute etwa 1,6 Kilometer lange Seltenbachschlucht entstehen lassen. Kleine Brücken und Steige queren mehrfach den Seltenbach, dem die Schlucht ihren Namen verdankt. Sträucher, Farne und moosbewachsene Bäume begleiten den Weg. Auch ein großer Buntsandsteinfelsen, an dessen verschiedenen Steinschichten man 250 Millionen Jahre Erdgeschichte samt wechselnder Strömungsrichtungen ablesen kann, ist hier zu sehen.

Der für die Region so typische Buntsandstein findet sich nicht nur in der Seltenbachschlucht. Der 1903 errichtete 22 Meter hohe Aussichtsturm, der sich später für eine kleine Rast eignet, wurde aus Buntsandstein gebaut. Dieser Turm wurde allerdings Ende des 2. Weltkriegs schwer beschädigt und 1953 wiedereröffnet. Heute befindet sich hier eine Einkehrmöglichkeit – das „Wanderheim“ mit Biergarten und Wirtsstube (Öffnungszeiten prüfen).

Von der Seltenbachschlucht hoch zu den Maronen

Schon Ende des 19. Jahrhunderts wurden um Klingenberg auf einer mehr als zehn Hektar großen Fläche Maronenbäume angepflanzt. Heute soll sich hier sogar das größte Esskastanien-Vorkommen Bayerns befinden. Was heute als Delikatesse gilt, war früher ein Grundnahrungsmittel wie die Kartoffel.

Nach der Durchwanderung der Seltenbachschlucht locken die Esskastanien aufdem Esskastanien-Lehrpfad.

Ein 2,6 Kilometer langer Lehrpfad informiert über Tipps, Tricks und Wissenswertes über die Früchte, die auch als „Eicheln des Zeus“ bezeichnet werden. Zwar trägt ein Baum zum ersten Mal Früchte wenn er zwischen 10 und 20 Jahren alt ist, dafür werden es mit zunehmendem Alter immer mehr leckere Esskastanien.

Hänge mit herrlichen Trauben

Zwar folgt die Rundwanderung durch die Seltenbachschlucht nur auf einem sehr kurzen Abschnitt dem „Fränkischen Rotweinwanderweg“. Einen Blick auf die Weinberge bei Klingenberg erhält man auf jeden Fall.

Der Rundwanderweg, der durch die Seltenbachschlucht führt, schenkt auch einen Blick auf die Rotweinlagen, Klingenberg und den Main.

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Seltenbachschlucht-Wanderung: praktische Infos & GPS-Daten

Seltenbachschlucht-Wanderung: hin & weg etc.

Anfahrt/Rückfahrt: mit Bahn und/oder Bus nach/von Klingenberg bzw. bei Verlängerung bei Großheubach, Miltenberg u. a. +++ Ansprechpartner: Mainland Miltenberg-Churfranken e. V., Hauptstr. 57, 63897 Miltenberg, Tel. 09371/660 69 76, www.churfranken.de +++ Stand: Mai 2021

Kurzüberblick Wanderung

Länge: 10 km (ÖPNV-freundlich unkompliziert verlängerbar) | Auf-/Abstieg: 274 Hm auf und ab (auf der kurzen Strecke)| Dauer: 2 – 2,5 Std. | Anfahrt: mit ÖPNV ausgezeichnet möglich |
Technik: + + + + + + | Kondition: + + + + + + | Landschaft: + + + + + + | Erlebnis: + + + + + +

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Seltenbachschlucht-Wanderung: GPS-Download

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Seltenbachschlucht-Wanderung verlängern

Wem die etwa 10 Kilometer lange Wanderung (von/nach Bahnhof Klingenberg) zu kurz ist, könnte beispielsweise die Wanderung auf dem Fränkischen Rotweinwanderweg verlängern und dabei das eine oder andere Weingut passieren. Empfehlenswert sind das einige Kilometer entfernte Kloster Engelberg (mit einem Bus unterhalb des Klosters könnte man den Rückweg zum Bahnhof in Klingenberg oder Miltenberg antreten) und natürlich Miltenberg – wenn man es per pedes soweit schafft.

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