Kühkopf: Wandern mit Insel-Feeling

Auf dem Kühkopf gibt es viele Wanderwege. Manche führen bis an den Rhein.

Bei Stockstadt liegt eine vom Rhein und von einer 16 Kilometer langen Schleife des Altrheins umschlossene Insel. Sie ist das größte Naturschutzgebiet Hessens und trägt das UNESCO-Prädikat »Europareservat«. Auf dem Kühkopf kann man also mit Insel-Feeling wandern. Und einen Strand gibt’s außerdem.

Zahlreiche Wanderwege führen über den Kühkopf. Bei so viel Natur vergisst man rasch, dass man noch immer im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet ist. Dank der besonderen Bedingungen im Europareservat gibt es in der Auenlandschaft Weichholz- und Hartholz-Auenwälder, Röhrichtbestände und Schlammufer. Natürlich lebt, läuft, kriecht, schwimmt oder fliegt hier einiges, was sich nicht überall in Deutschland heimisch fühlt. Sogar bedrohte Arten finden sich hier.

Kühkopf-Wanderwege führen durch unterschiedliche Landschaften.

Lebensraum für seltene Tierarten

Zu den zahlreichen (seltenen) Tierarten, die auf dem Kühkopf ihren Lebensraum haben, zählen u. a. Schnatterente, Graugans, Fischreiher, Schildkröte und Eisvogel. Auch die Sumpfschildkröte konnte wieder angesiedelt werden. Da sie in früheren Jahrhunderten meist im Kochtopf endete, wurde sie vor der Wiederansielung lange nicht auf dem Kühkopf gesehen. Auch der Schwarzmilan, der in Deutschland sonst kaum noch vorkommt, lebt hier.

Auf manchen Kühkopf-Wanderwegen riecht man im Frühjahr den Bärlauch.

Die mal märchenhaften, mal urwaldartigen Auenwälder, in deren Baumkronen unzählige Misteln wie Nester hängen, sind nicht nur für Vögel ein wahres Eldorado. Auch der Bärlauch fühlt sich hier sehr wohl. Im Frühjar verströmt er seinen typischen Duft und bedeckt den Boden mit seinen weißen Blüten.

Kühkopf-Wanderwege: rund 60 Kilometer

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts hatte der Rhein kein festes Flussbett. Seinen Lauf suchte er sich abhängig davon, wie viel Wasser er führte. Nicht selten kam es daher zu gewaltigen Überschwemmungen. Immer wieder starben dabei auch Menschen. Oberst, Oberwasserbau- und Straßendirektor Johann Gottlieb Tulla plante seit 1817 als Erster, die vorhandenen Flussschlingen zu durchstechen und den Verlauf des Oberrheins zu begradigen. 1828 begann man mit dem Durchstich – der damals lediglich eine rund sieben Meter breite Rinne war. Verbreiterung und Vertiefung wurden der Kraft des Wassers überlassen. Mit der Öffnung des Kanals im April 1829 wurde der Kühkopf zur Insel.

Über den Kühkopf führen unterschiedliche Wanderwege.

Auf dem Kühkopf herrscht natürlich Pkw-Fahrverbot, dafür führen 60 Kilometer Rad- und Wanderwege über die Insel.

Zum Florida-Strand wandern

Der große Rundweg auf dem Kühkopf – ehemals Haubentaucherweg (H) – trägt jetzt die Wegenummer 3 und führt an den Rändern der Insel entlang und auch in die Nähe des Florida-Strandes, der etwa 200 Meter südlich von der südlichen Schnittstelle des Wanderwegs 3 mit dem Rhein liegt.

Tipps für Wanderungen auf dem Kühkopf

Im Sommer ist man wegen der Mücken am besten an windigen Tagen unterwegs oder reibt sich gut mit Mückenschutz ein! Der Bootsvertrieb Schulz in Stockstadt verleiht Kanus (Tel. 06158/84860, www.bootsvertrieb-schulz.de). Das Informationszentrum gibt Auskunft über die diversen Routen. Auch die Website des Kühkopf informiert über Wanderwege >>.

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