Auf der Königsetappe des Rheinsteigs zur Loreley

Rheinsteig wandern: auf der Königsetappe zur Loreley

Rheinsteig: Loreley und andere Schätze

Die Etappe von St. Goarshausen nach Kaub gilt als eine der schönsten Wanderrouten im Rheintal. Die Loreley ist dabei nur die bekannteste Sehenswürdigkeit auf dem an Natur- und Kulturschätzen reichen Weg. Als „Königsetappe“ wird dieser Rheinsteig-Abschnitt bezeichnet, weil hier die Kilometer und Höhenmeter winken. Die Strecke ist deshalb nichts für gänzlich Ungeübte.

Patersberg und Dreiburgenblick

Was den Wanderer erwartet, zeigt gleich zu Beginn der steile Aufstieg zum Patersberg. Dafür belohnt der Dreiburgenblick mit der herrlichen Aussicht auf die Burgen Katz und die eindrucksvolle Festungsanlage der Ruine Rheinfels. Fast hinter Bäumen verschwunden ist inzwischen die dritte Burg im Bunde: die Burg Maus.

Rheinsteig wandern: die Königsetappe zur Loreley führt vorbei am Dreiburgenblick

Nach der Aussicht am Dreiburgenblick geht es schon kurz darauf wieder hinab nach St. Goarshausen. Doch hier bedeutet das Hinab wie so oft am Rheinsteig, dass es schon bald wieder bergauf geht: in diesem Fall zum Ortsteil Heide. Dafür lockt aber mit der Loreley der sagenumwobene Felsen. Und eine schöne Aussicht auf die andere Rheinseite gibt’s obendrein.

Loreley: noch immer etwas riskant

Um den Rhein ranken sich so viele Legenden und Geschichten wie um kaum einen anderen Fluss. Eine davon handelt von der Loreley. In seiner Ballade »Zu Bacharach am Rheine« erweckte 1800 Clemens Brentano diesen Mythos. Bei ihm stürzt die Schöne, die die Schiffe vom Kurs abbringen soll, von der Klippe. Bei Heinrich Heine wurde eine Nixe aus dem männermordenden Weib; er machte sie erst so richtig bekannt.

Unzählige Schriftsteller, Maler und Musiker kreisten in ihren Werken um die Femme fatale auf dem sagenumwobenen Schieferfelsen und machten ihn zum Inbegriff der Rheinromantik. Einen realen Hintergrund haben diese Geschichten allerdings: Sowohl wegen des markanten Felsens als Wegmarke als auch wegen der gefährlichen Stelle für die Schifffahrt war der Loreley-Felsen bereits im Mittelalter bekannt. Damals machte man allerdings Zwerge, Nymphen oder Berggeister für die gefährlichen Strömungen und Echos am Loreley-Felsen verantwortlich.

Auch wenn gefährliche Felsen im Fahrwasser gesprengt wurden, ist die Fahrt durch die Loreley-Passage noch immer etwas riskant – besonders bei außergewöhnlichen Wasserständen.

Weinlehrpfad & schöne Aussichten

Über einen Teil des Loreley-Weinlehrpfads geht es danach weiter: vorbei an fantastischen Aussichtspunkten wie der Spitznack oder der Felsenkanzel hinab ins wildromantische Urbachtal mit seinem plätschernden Bach und dann wieder hoch zur Alten Burg.

Rheinsteig wandern: die Königsetappeführt durch das Urbachtal

Über die Aussichtsfelsen Rosssteine und Dörscheid geht es zum Abstieg durch die Weinberge nach Kaub. Das Ende dieser Rheinsteig-Wanderung schenkt nicht nur einen schönen Ausblick auf die auf einer Rheininsel gelegene Zollburg Pfalzgrafenstein, sondern auch auf die Burg Gutenfels (ursprünglich ab 1220 erbaut).

Rheinsteig wandern: die Königsetappe über die Loreley endet bei Kaub mit Blick auf die Zollburg Pfalzgrafenstein und Burg Gutenfels

In Kaub gibt es einige Winzerbetriebe. Nach den Anstrengungen kann man sich hier ein paar gute Tropfen aus der Region gönnen.


Mit dem Neckarsteig eine herrliche Wanderregion entdecken:

Wanderungen am Neckar bzw. auf dem Neckarsteig anzeigen >>

Warum der Neckarsteig hervorragend für eine Mehrtagestour geeignet ist und welche Etappen mir besonders gefallen >>


Rheinsteig mit Loreley: praktische Infos & GPS-Daten zur Königsetappe

Abkürzung & Rundweg

Die eigentliche Rheinsteig-Etappe lässt sich nur wenig verkürzen. Zwischen Kaub und St. Goarshausen gibt es keinen Bahnhof – und an der Straße zurück scheint zumindest mir keine Option zu sein. Etwa 2 Kilometer und 200 Höhenmeter (auf und ab) kann man zu Beginn bei St. Goarshausen jedoch „sparen“: Dazu muss man vom Bahnhof St. Goarshausen parallel zum Rhein in Richtung Süd-Osten laufen, um dann unterhalb von Forstbachstraße und Forstbach auf den Rheinsteig zu kommen. Ein Blick auf die Karte zeigt das, z. B. bei meiner über Komoot aufgezeichneten Wanderung auf der Königsetappe von St. Goarshausen nach Kaub. Der Rheinsteig-Rundweg Extratour Loreley führt an der Loreley vorbei und über das „Hinterland“ zurück. Er misst rund 15 Kilometer und bietet ebenfalls schöne Aussichten auf den Rhein sowie abwechslungsreiche Wege und Pfade. Etwas steilere Passgen inklusive. Mehr Infos zur Loreley-Extratour auf der Rheinsteig-Website >>

Hin & weg etc.

Anfahrt/Rückfahrt: Mit Bahn und/oder Bus nach/von Bahnhof St. Goarshausen/Bahnhof Kaub +++ Ansprechpartner: Rheinsteig-Information, Service-Hotline, Tel.: +49 (0)261-97 38 47 0 (Mo – Fr: 8.00 – 17.00 Uhr) E-Mail: info@rheinsteig.de, www.rheinsteig.de +++ Stand: Mai 2020

GPX Download

Die Rheinsteig-Etappen sind sehr gut ausgezeichnet. So auch die Königsetappe von St. Goarshausen nach Kaub. Wegzeichen ist ein geschwunges weißes R auf blauem Grund. Die Zuwege sind gelb markiert. Die GPS-Daten zur Rheinsteig-Königsetappe finden Sie (ohne Zuwege, wenn ich mich richtig erinnere) z. B. auf rheinsteig.de, mit dem Zuweg auch unter Astrid Biesemeier bei Komoot.

Rheinsteig mit Loreley: Königsetappe im Kurzüberblick

Länge: 21,5 km (von Bahnhof St. Goarshausen zum Bahnhof Kaub) | Auf-/Abstieg: 740 Hm auf und 750 ab | Dauer: 5-6 Std. | Anfahrt: mit ÖPNV möglich |
Technik: + + + + + + | Kondition: + + + + + + | Landschaft: + + + + + + | Erlebnis: + + + + + +

Damit der Wanderblog frei von Tracking Cookies bleibt: Mit einem Klick auf das Foto per PayPal dazu beitragen, dass ich beispielsweise Hosting und Support für den Blog bezahlen kann.

Teile diesen Beitrag

Schreibe einen Kommentar