Auf abenteuerlichen & verwunschenen Pfaden

Durch Margarethenschlucht und Wolfschlucht am Neckar

Um die Margarethenschlucht und die Wolfsschlucht an einem Tag erwandern zu können, muss man den Neckarsteig (Neckarsteig-Etappe 6) verlassen. Auch wenn der Weg zwischen den Schluchten nicht an jeder Stelle zu 100 Prozent überzeugt: Die abenteuerlichen und teilweise verwunschen erscheinenden Pfade durch die beiden Schluchten lohnen jeden Schritt. Und am Ende der Wanderung trumpft noch Zwingenberg mit seiner Burg auf.

Neckarsteig: Margarethenschlucht

Je nach Jahreszeit fließt, plätschert und tropft es hier mal mehr mal weniger über den Buntsandstein in die Tiefe. Insgesamt mehr als hundert Höhenmeter! Dabei halten die dichten Baumwipfel über der Margarethenschlucht schon etwas Regen ab. Das Wasser, das über die Wasserfalltreppen der Margaretenschlucht plätschert oder fließt, stammt jedoch aus einem Bach. Nicht zu jeder Jahreszeit kann man erkennen, dass die Margarethenschlucht den höchsten Wasserfall im Odenwald hinablaufen lässt – und einen der höchsten in deutschen Mittelgebirgen. Auch wenn es jahreszeitbedingt nur tröpfelt: Für Mittelgebirgs-Wanderer ist die Schlucht auf jeden Fall spektakulär.

Kleiner Mensch in großer Schlucht.

Die Margaretenschlucht ist ein beliebtes Ausflugsziel am Neckarsteig und im Odenwald. Am Steilhang zum Neckar ist das Kulturdenkmal Margarethenschlucht mit dem Schluchtwald entstanden. Seit 1940 steht dieser Abschnitt des heutigen Neckarsteigs unter Naturschutz. Der schmale Pfad durch die Margarethenschlucht ist teilweise durch Seile und Geländer gesichert. Praktisch: Denn hier und da ist eine Stufe sehr hoch. Vor allem nach starken und/oder lang anhaltenden Regenfällen muss man aufpassen wegen der Rutschgefahr. Schließlich soll das Wanderabenteuer nicht in einer Schlitterpartie enden.

Aus der Höhe sieht man kaum mehr den Weg in der Tiefe.

Ein Schild weist übrigens darauf hin, dass die Margarethenschlucht ein Paradies für Feuersalamander ist. Auch warnt ein Schild, dass der Pfad durch die Margarethenschlucht kein typischer und leicht zu bewältigender Waldweg ist. Trittsicher sollte man schon sein. Den Mount Everst erklimmt man hier jedoch nicht. Allzu hohe Risikobereitschaft verlangen die überhängenden Felsen und steilen Abschnitte also nicht. Ich habe die Margarethenschlucht mit einem etwas mehr als 12 Kilo schweren Rucksack geschafft, der auch eine Vielwanderin wie mich merklich in Bewegung, Gleichgewichtsgefühl und Zentrierung eingeschränkt hat. Dennoch: kein Problem!

Vom Neckarsteig zur Wolfsschlucht (Zwingenberg)

Von der Margarethenschlucht aus führt der Weg in Richtung Norden: über Waldsee samt Pausen- und Schlechtwetter-Hütte, weiter entlang des Seebach in Richtung Schollbrunn. Von hier verläuft der Weg nach Westen – und damit in Richtung Neckar. Angenehme und unaufgeregte Wege durch Wälder und vorbei an der Ortschaft – ohne große Höhepunkte. Zumal, wenn man gerade die Margarethenschlucht durchwandert hat. Doch die nicht minder spektakuläre Wolfschlucht folgt noch!

Abwechslung zwischen zwei Schluchten: lichte Weite am Waldsee.

Wolfschlucht (Zwingenberg) wandern

Die ersten Meter entlang des Schlossbächleins wirken noch einigermaßen unscheinbar, wenn man dem Pfad von Osten (von Schollbrunn kommend) in Richtung Westen nach Zwingenberg folgt. Doch das ändert sich bald! Die Wolfsschlucht ist ein Kerbtal, das das Schlossbächlein durch Erosion über etwa einen Kilometer im für die Region so typischen Buntsandstein seinem geschaffen hat.

Immer wieder erleichtern ein paar Stufen den Weg durch die Wolfsschlucht.

Ab dem Punkt, an dem sich Engelsbach und Schlossbächlein vereinigen, wird es märchenhaft. Ab hier verläuft der nicht einfach zu begehende Pfad entlang von Felsen aus Buntsandstein des Odenwaldes, Blockschutt, abgestürzte und/oder bemoosten Baumstämmen. Auch eine steinerne Brücke ohne wirkliche Halterung quert der Pfad durch die Wolfschlucht. Verwunschen! Die Wolfschlucht bei Zwingenberg ist Teil des Naturparks Neckartal-Odenwald. 1866 soll hier der letzte Wolf des Odenwaldes erlegt worden sein.

Verwunschene Traumwelt am Neckar.

Am Ende der Wolfschlucht streckt sich die Burg bei Zwingenberg über dem Neckar empor. Ein schöner Abschluss.

Die Festung aus der Stauferzeit ist seit den 80er Jahren romantische Kulisse für die alljährlichen Burgfestspiele.

Wolfschlucht: aktueller Hinweis

Tatsächlich musste ich Anfang Juli 2020 einige Hindernisse auf dem Weg durch die Wolfschlucht bewältigen. Nicht immer ganz einfach – zumal mit 12 Kilo plus auf dem Rücken. Offenbar ist nicht von jedem Einstieg in die Wolfschlucht ersichtlich, dass die Wolfschlucht bei Zwingenberg wegen Sturmschäden und zahlreichen gestürzten Bäumen „eigentlich“ gesperrt ist. Bewusst wurde mir das erst beim Verlassen dieser herrlichen und etwas märchenhaften Schlucht an der Burg Zwingenberg (Stand August 2020: Bitte selbst informieren, was erlaubt ist und was nicht!).

Folgen des Sturms „Sabine“: Immer wieder liegen Baumstämme auf dem Weg. Gefährlich für Wanderer: Die entwurzelten Bäume können abrutschen oder brechen.

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Wanderung: Weitere Infos, „Abkürzungen“ & GPS-Daten

Länge: 16,9 km (ÖPNV-freundlich verlängerbar) | Auf-/Abstieg: 510 Hm auf und 520 Hm ab | Dauer: 4,5 bis 5,5 Std. | Anfahrt: mit ÖPNV möglich | Technik: + + + + + + | Kondition: + + + + + + | Landschaft: + + + + + + | Erlebnis: + + + + + +

Margarethenschlucht & Wolfsschlucht: Hin & weg etc.

Anfahrt/Rückfahrt: Mit (S-)Bahn, Boot und/oder Bus nach/von Neckargerach bzw. Zwingenberg +++ Ansprechpartner: Neckarsteig Büro, Neckarelzer Straße 7, 74821 Mosbach, Telefon: 06261 84-1386, http://www.neckarsteig.de, info@neckarsteig.de +++ Stand: Juli 2020

GPX Download Margarethenschlucht & Wolfsschlucht

Die Tour folgt keinem ausgezeichneten Weg. Die GPS-Daten der von mir gewanderten Tour können Sie unter den Karten herunterladen. Unter meinem Profil bei Komoot >> finden Sie die Wanderung auch – allerdings nicht von Bahnhof zu Bahnhof.

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Zwei Abkürzungen: Margarethenschlucht

Weg durch die Margarethenschlucht (ca. 4 km)

Start/Ziel: Bahnhof Neckargerach

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Durch die Margarethenschlucht zum Waldsee mit Schutzhütte (ca. 8 km)

Start/Ziel: Bahnhof Neckargerach

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