Drei-Burgen-Weg: mittelalterliche Geschichte in Spessart und Rhön

Ruine Burg Schwarzenfels liegt auf dem Drei-Burgen-Weg.
Verdankt ihren Namen vermutlich dem schwarzen Basalt des Hopfenberges: die denkmalgeschützte Ruine Burg Schwarzenfels.

Gleich drei Mittelgebirge treffen bei Schlüchtern und Sterbfritz aufeinander: Rhön, Vogelsberg und Spessart. Ideale Voraussetzungen für eine Wanderung also. Die Burgen auf dem Drei-Burgen-Weg sorgen für Abwechslung, schenken Ein- und Aussichten.

Auf dem Drei-Burgen-Weg von Sterbfritz nach Schlüchtern

In Rhön und Spessart wandern geht auf dem Drei-Burgen-Weg. Zwischen Schlüchtern und Sterbfritz verbindet er mittelalterliche Geschichte und Natur. Der Drei-Burgen-Weg führt über Hügel und durch Täler, Waldpfade und Forstwege. Dazu gibt es immer wieder schöne Aussichten in den Spessart, das Sinntal und in die Rhön und über die sanft geschwungenen Wiesen und Felder der Region.

Die Wanderung erfordert etwas Zeit und Kondition. Nicht zuletzt die Burgen sorgen für Abwechslung und Pausen auf dem Weg. Über die gesamte Strecke verteilt müssen Wanderer zwar ein paar Höhenmeter auf- und abwärts laufen. Die sind aber gut machbar, zumal die Wege keine besondere Trittsicherheit erfordern. Wegzeichen für diese Wanderung ist die Markierung gelber Tropfen.

Orte eines Mitstreiters von Martin Luther auf dem Drei-Burgen-Weg

Hier, wo sich Rhön und Spessart treffen und das vulkanische Erbe der Region sichtbar ist, liegt auch die Heimat des 1488 auf Burg Steckelberg in Schlüchtern geborenen Ulrich von Hutten. Ein politischer Aktivist mit einem ebenso widersprüchlichen wie widerständigen Geist. Auch wenn er Martin Luther nie persönlich getroffen hatte, so glaubte sich von Hutten doch auf derselben Seite wie Luther im Kampf gegen den Papst und für die deutsche Nation. Wo von Hutten allerdings politischer Aktivist war, ging es Luther um den Glauben. Daher missfiel es Luther, dass der für seine spitze Feder bekannte von Hutten nicht nur mit Worten, sondern auch mit Waffen gegen die römische Geistlichkeit kämpfen wollte.

Ruine Burg Schwarzenfels auf dem Hopfenberg
Im Burghof der Ruine Burg Schwarzenfels

Heute ist dieser Teil Hessens eher unbekannt. Doch schon an der ersten Station dieser Rhön- und Spessart-Wanderung lässt sich ablesen, dass die Region einst politisch nicht unbedeutend war. Die auf dem Felssporn des Hopfenbergs gelegene, denkmalgeschützten Ruine Burg Schwarzenfels, verdankt ihren Namen vermutlich dem schwarzen Basalt des Hopfenberges. 1280 wurde Burg Schwarzenfels zum ersten Mal urkundlich erwähnt, im Dreißigjährigen Krieg zerstört und aufgegeben und 1649 zur Ruine erklärt. 1821 zog das Justizamt in Schwarzenfels ein. Heute kümmert sich ein Verein um den Erhalt der Burg. Im eindrucksvollen Marstallgebäude befindet sich eine Jugendherberge und der erst 2015/2016 sanierte 25 Meter hohe Bergfried schenkt einen tollen Ausblick über die Landschaft.

Geburtsort eines widerständigen Geistes

Mit der Ruine Steckelberg erreicht man den Geburtsort von Ulrich von Hutten, der, ungewöhnlich genug für seine Zeit, Ritter und Humanist war und daher kritisch auf Traditionen und Institutionen blickte. Da er mit dem Kirchenbann belegt wurde, verbrachte er sein Leben schließlich auf der Flucht. Zwar ist weniger von der Burg Steckelberg übrig als von den beiden anderen Burgen. Es ist jedoch nicht selbstverständlich, dass noch so viel von Burg Steckelberg zu sehen ist: 2004 nämlich war die Ostwand der Ruine Steckelberg eingestürzt, 2008 dann Teile der Nordwand. 2010 wurde deutlich, dass auch die Süd- und Westwand sanierungsbedürftig sind. Eine grundlegende Sanierung hat den Ort, an dem Ulrich von Hutten u. a. sein „Gesprächbüchlein“ (1519) schrieb, davor bewahrt, zu Haufen von Steinen, Geröll und Erde zusammenzufallen. Während des Dreißigjährigen Krieges war die Burg bereits nicht mehr bewohnt und noch ein paar Jahrzehnte später wurde sie sogar als Steinbruch genutzt.

Ruine Steckelberg, Geburtsort von Ulrich von Hutten …
… wäre ohne Sanierung nur Steine, Geröll und Erde

Letzte Bastion auf dem Drei-Burgen-Weg

Burg Brandenstein ist die letzte Burg auf dem Weg. Diese hochmittelalterliche Höhenburg ist ebenfalls mit der Geschichte Ulrich van Huttens verknüpft: Seine Mutter ist hier geboren und aufgewachsen. Heute ist die Burg bewohnt und im Besitz der Familie Brandenstein-Zeppelin. Sie kann daher nur nach Voranmeldung besichtigt werden (Website Burg Brandenstein >>).

Bis nach Schlüchtern und zur S-Bahn ist es nicht mehr allzu weit. In Schlüchtern könnte man noch gut einkehren, sofern die Abfahrtszeiten des ÖPNV das zeitlich erlauben. Auch lohnt ein Blick in hübschen schmalen Gassen der Innenstadt, die noch das mittelalterliche Städtchen erahnen lassen (z. B. Schmiedsgasse oder Linsengasse), auf das historische Rathaus, die Kirche Sankt Michael oder das Benediktinerkloster.

Hier wurde die Mutter von Ulrich van Hutten geboren: Burg Brandenstein:

TIPPS! Eigentlich ist die Tour von Schlüchtern nach Sterbfritz „konzipiert“. Wer mit dem ÖPNV beispielsweise aus Frankfurt anreist, könnte die Tour – wie beschrieben – von Sterbfritz nach Schlüchtern zurücklegen. Von Schlüchtern aus kann man den Rückweg nämlich unkomplizierter mit dem ÖPNV antreten. Auf der Website des Tourismusverbands Spessart-Mainland findet sich übrigens auch die rund 41 km lange Rundwanderung „Drei-Burgen-Weg mit Spessartfährte“; mit Start und Ende in Schlüchtern (500 Hm auf und 200 Hm ab – Hm stimmen eventuell nicht ganz; oder sind weniger als bei der Tour von Sterbfritz aus, weil vielleicht einige Hm fehlen).

Drei-Burgen-Weg: Weitere Infos & GPS-Daten

Länge: 24,3 km (ÖPNV-freundlich verlängerbar auf 41 km, siehe Tipp) | Auf-/Abstieg: 600 Hm auf und 500 Hm ab | Dauer: 6,5 Std. | Anfahrt: mit ÖPNV möglich | Technik: + + + + + + | Kondition: + + + + + + | Landschaft: + + + + + + | Erlebnis: + + + + + +

Hin & weg etc.

Anfahrt/Rückfahrt: Mit Bahn und/oder Bus nach/von Bahnhof Sterbfritz/Bahnhof Schlüchtern +++ Ansprechpartner: Tourismusverband Spessart-Mainland e.V., 63868 Großwallstadt, https://spessart-mainland.de, E-Mail: info@spessart-mainland.de oder Verkehrsbüro der Stadt Schlüchtern, Tel. 06661/85-0, stadtverwaltung@schluechtern.de, www.schluechtern.de +++ Stand: November 2019

GPX Download

Die Tour folgt dem Wegzeichen gelber Tropfen. Die GPS-Daten zum Drei-Burgen-Weg finden Sie beispielsweise bei Outdooractive oder unter Astrid Biesemeier bei Komoot.

Wanderungen und gemeinsame Zeit verschenken

Geschenkidee Wanderer Frankfurt und Rhein-Main-Gebiet

Der Drei-Burgen-Weg ist in meinem Wanderverführer enthalten. Wanderungen kann man auch verschenken! Mit meinem Wanderverführer Rund um Frankfurt – 55 gute Gründe sich auf die Socken zu machen, kann man laufend etwas erleben: Sie können sich auf die Spuren von Waldgeistern, Bergleuten oder Kelten heften, Schluchten durchstreifen, am Florida-Strand entspannen, die höchste natürliche Steilwand zwischen Nordsee und Alpen bestaunen … Zeit ist das kostbarste Geschenk: Daher vielleicht nicht nur das Buch, sondern auch gemeinsame Zeit verschenken? Einfach den/die Beschenkte/n eine Tour aussuchen lassen und gemeinsam wandern!

Rund um Frankfurt – 55 gute Gründe sich auf die Socken zu machen, München, J. Berg in der Bruckmann Verlag GmbH, 192 Seiten, 15,- Euro, ISBN-13: 978-3862462117 .

Auch wenn ich sorgfältig recherchiert habe: Für die Richtigkeit der Angaben kann keine Haftung übernommen werden, weshalb die Nutzung auf eigene Gefahr erfolgt. Insbesondere bei GPS-Daten können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden.

Bitte nicht vergessen: Wer in der Natur wandert, ist gewissermaßen im Zuhause anderer Lebewesen unterwegs. Darum sollte man sich im Lebensraum von Pflanzen und Tieren angemessen bewegen.

Damit mehr Menschen von den Wanderungen profitieren können

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